Beschreibung
Wissenschaftlichkeit verspricht Beweisbarkeit und Logik. Doch was geht dabei verloren? In dieser Veranstaltung widmen wir uns dem Übergang vom Sich-Wundern zum Glauben an das Wunder. Ein Wunder ist nicht wiederholbar und lässt sich deshalb nicht beweisen. Genau darin liegt sein philosophisches Potenzial.
Gemeinsam führen wir ein Experiment durch, das dem „Wundersamen“ des gemeinsamen Denkens und dessen Verschriftlichung Raum gibt. Wir fragen: Was charakterisiert ein Wunder? Wer teilnimmt, kann staunen und konkret erleben, wie gerade das Unvorhergesehene, Kreative, Assoziative und im Moment Geschaffene neue Ideen hervorbringt.
Unsere These: Der Anspruch auf ausschliessliche Logik hemmt die Entstehung neuer Ideen und droht, Philosophie langweilig zu machen. Damit bewegen wir uns in der Tradition von Sokrates, dessen Witz und Erfindergeist irritieren konnten und der das Alogische vermeintlicher Logik aus seinen Gesprächspartner:innen herauskitzelte. Inspirierend ist zudem Nietzsche in „Über Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinne“: Das Erkennen der „klugen Thiere“ war nur eine flüchtige Minute der Weltgeschichte – bevor das Gestirn erstarrte und sie sterben mussten.
Wir hinterfragen den Anspruch, Philosophie müsse zwingend wissenschaftlich nachvollziehbar sein; im Sinne einer Logik, die auf Wiederholbarkeit beruht. Wir zeigen: Kreativität und neue philosophische Ideen entstehen oft gerade jenseits der Logik. Seien Sie Teil des Experiments und lassen Sie sich überraschen!
Referenten
Dominique Zimmermann
1972, lebt in Basel. Mutter von zwei ziemlich erwachsenen Kindern. Philosophin und Sexualpädagogin. Publikationen u. a. zu Beziehungs- formen sowie Schamanismus. Arbeitet heute als Protokollantin, Lektorin und Korrektorin (www.textbistro.ch).
Livio Andreina, 1954 aus Luzern. Seit 1978 ist er freischaffender Schauspieler und Regisseur an Theatern in der Schweiz, Deutschland, Holland, Moskau, Georgien. Sein Schaffen wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, etwa mit dem Kunst-Anerkennungspreis der Stadt Luzern und den Kulturförderpreis des Kantons Luzern. 1989 gründete er zusammen mit seiner Frau AnnaMaria Glaudemans die WERKSTATT FÜR THEATER (werkstatt-theater.ch) und 2007 das Junge THEATER ROSTFREI.
Infos
Ort: Karl der Grosse, Grüne Stube, Kirchgasse 14, 8001 Zürich
Datum: 20. November 2026
Beginn: 18:00 Uhr
Dauer: 90 Minuten
Eintritt: Kollekte
Kontakt: textbistro@gmail.com








